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Susanna Montua 

 

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Rezensionen

Da ich vor gar nicht langer Zeit mit meinen Rezensionen zu meiner lieben Freundin Annika umgesiedelt bin, finden Sie hier den Lesekatzen-Blog eingebettet. Mittlerweile sind wir durch Key und Valli gewachsen.

Dort gibt es stets im Wechsel von uns spannende und ehrliche Meinungen, zu den unterschiedlichsten Büchern und Genres.

 

Wenn Sie Interesse an einer Rezension Ihres Buches haben, scheuen Sie sich bitte nicht, uns Lesekatzen zu kontaktieren.

 

Und nun - viel Vergnügen.

11.05.2017
Annika Key
Keine Kommentare
Niemand (Band 1), Nicole Rensmann Fabylon, 2016   Preis: 16,90€ TB: 296 Seiten ISBN: 978-3-927071-96-4   Neben unserer liegt eine Welt voller Mehrdeutigkeiten. Eine Welt, in der alles wörtlich genommen wird, in der Drecksäcke, Wurzelmännchen, Trauerklöße oder Laberköppe leben. Dorthin verirrt sich Nina und begegnet – Niemand. Niemand ist der künftige Herrscher von Niemandsland, doch sein eigener Vater – Niemand Sonst – will ihm den Thron streitig machen. Der Böse glaubt seinen Sieg sicher, wäre da nicht dieser leckerlieblichzuckersüße Erdbeerduft des Menschenmädchens, der alles durcheinanderbringt. Nina und Niemand finden Verbündete, die ihnen beim Kampf gegen Niemand Sonst helfen: eine ABK, Fräulein Klimper, den Nikolaus und viele mehr. Nur auf eine Weise kann das Niemandsland vor der Vernichtung gerettet werden: Niemand muss seinen Namen erhalten. Aber welcher Name ist passend für einen jungen Herrscher? Auf der Suche nach dem perfekten Namen stößt Nina auf ein düsteres Geheimnis. Meine Meinung:  "Wo ist denn der Phrasendrescher?" (S.232) Wow, das Buch war keine leichte Kost. Ich kann einfach nicht per se sagen, es war genial. Im Gegenteil, ich sollte es lieber direkt noch einmal lesen. Was zwei Dinge aussagt: Wenn ich ein Buch noch einmal lesen möchte, dann ist es gut. Wenn ich aber das Gefühl habe, es erneut lesen zu müssen, weil vielleicht noch nicht alles eingesickert ist, dann ist das nicht so gut. Genauso schwer mache ich es mir mit dieser Rezension. Manchmal liest man ein Buch und die eigene Meinung kann man danach runter schreiben, ohne einmal abzusetzen. Hier hadere ich mit mir. Denn das Buch ist absolut nicht durchschnittlich, was sonst erklären könnte, wieso meine Begeisterung sich in Grenzen hält. Denn ich habe mich sauwohl gefühlt in der Geschichte und im Niemandsland. Ich war dann am Ende froh es geschafft zu haben, aber auch wehmütig gehen zu müssen. Noch schlimmer, das Buch hat mich nachhaltig geschädigt, ich kann kaum noch etwas ernst nehmen und das jetzt schon Monate nach dem ich es gelesen habe. Da wirklich alles wörtlich genommen wird, ist das ganz schön nervenaufreibend. Ich gebe euch nachher ein paar herausragend gute Beispiele. "Wer spielt am Zeitschalter rum?" (S.178) Erst einmal eine Bestandsaufnahme machen. Titelgebender designierter Herrscher ist Niemand, weshalb das ganze phantastische Land auch Niemandsland heißt. Und nicht etwa: Jammerlappenland, Trauerkloßland oder Fräuleinklimperland. Bevor wir uns nun aber in ein Abenteuer stürzen, betrachten wir zuvor die Landkarte. Die allein ist der Knaller, dort finden wir so schöne Fleckchen wie: „Geheimratsecke“, „Holzweg“ oder den „Arsch der Welt“. Und nur zur Vollständigeit: wer in Zukunft ins „Bockshorn“ gejagt wird, jeniges welches befindet sich im Südwesten. Wir starten aber auf der anderen Seite des Reiches und finden Nina. Das Mädchen ist 14 Jahre jung und leidet am meisten darunter, dass ihre Schwester Suse (nicht zu verwechseln mit der „Heulsuse“) ihr andauernd die Schuld für alles in die Schuhe schiebt. Aus ähnlichem Grund bezieht Niemand klar Stellung (S.37): „laufe ich barfuß (…)“. Wer jetzt denkt, das wäre ein Flachwitz, der irrt sich. Dies ist nur eine der Pointen die man direkt sieht.Tatsächlich frage ich mich dann Seitenlang, wann denn hier, vor lauter unglaublicher Wesen und lustigen (Ab)Sätze endlich mal die Handlung einsetzt. Ich lese immer und immer wieder wie wer riecht, wer vor wem sich in Acht nimmt, wann wo wer auftaucht und aus welchen Gründen nachts nicht. Die Frage ist nur, wann geht es hier los und wo soll es hin gehen. Nina will eigentlich (boah eigentlich!) nach Hause, aber Niemand riecht so lecker nach Pfefferminz, nicht so wie Niemand-Sonst nach „verfaulter Apfelkitsche und schimmeligen Butterkäse“. Dann denkt sich das Kind jedoch: Ach, den Edelsteinthron vorher noch anschauen, den Umweg machen wir einfach mal.  "Der Trauerkloß bringt mich um! Hilfe!Niemand ist bei mir!" (S.40) Wieso, weshalb, warum? Weiß weder sie noch Niemand. Eine zarte Kinderliebe entspinnt sich im ‚My first (aber auf jeden Fall only) Love‘ Style. Es werden Freunde eingesammelt, bewegliche, verschwindende und wiederauftauchende. Wie zum Beispiel Pin und Nöckel, die Wimpernfee, die ABK oder der Drecksack. Dem gegenüber versucht vor allem Niemands Vater dieses fürchterliche, eklige Menschenmädchen los zu werden, denn die hat wirklich nichts hier zu suchen. Ein ganz anders Problem, als die familiären Zwistigkeit, der Neid und die Duckmäuserei aller anderen Bewohner des Landes bilden aber die Goldgelockten-Giganten-Greislinge, deren Vokabular sich auf den Umfang der Seiten im Duden beginnend mit ‚G‘ begrenzt. Dann passiert so einiges, denn den Spaziergang samt Schloßführung hätte sich Nina bestimmt anders vorgestellt. Schließlich wachsen manche Nebencharaktere über sich hinaus, anderen wird die Luft ausgelassen, manche zu Gnocchi verarbeitet; es wird gestorben, geflogen, gerollt, paraphrasiert; Hauptsache wir wandern auf der Karte hin und her und her und hin, mal durch das Liebeswäldchen oder den Floskelwald, mal in die Löcher der Kreischzwerge und schließlich zum Haus vom Nikolaus und das alles nur zu einem Zweck: Niemand will doch nur Jemand werden und den leckerlieblichzuckersüßen Erdbeerduft an Nina schnuppern. Fazit:  Stilistisch wird hier viel ausprobiert, ganze Absätze einfach mal mit ‚G‘ beginnen, Neologismen, Querschläger auf Redewendungen und Phrasen. Alles mit neuen Sinnebenen belegen, Wortspiele kreieren und im besten Fall noch ein paar Andeutungen verstecken, die sich erst erlesen, wenn man es laut ausspricht. Mich wundert hier nur, dass die Phantastinaken nicht sprechen können, denn sonst ist so ziemlich alles belebt. Der Leser wird schlichtweg von all der Phantasie überrannt. Für die teilweise nur eine Seite umfassenden Kapitelunterteilungen sollte man sich Zeit nehmen, in Maßen lesen und vielleicht sogar ganze Abschnitte doppelt und dreifach, um alle Kniffe zu finden.Was ich hier nicht verrate ist das Ende der Geschichte, leider hat dieses mir nicht gut gefallen, vor allem die Lösung der ‚Niemand zu Jemand‘ Problematik konnte mich gar nicht beeindrucken. Ich werde es sicher noch mal mit dem 2.Teil versuchen, wenn Nina „Dieses Pfui-Teufel-Bäh-Mädchen!“ (S.132) älter geworden ist und ich den beiden ihre Tändelei auch endlich im vollen Umfang abkaufen kann. Weniger Liebe, mehr Freundschaft und das ganze wäre ein tolles Jugendbuch mit zu anspruchsvollen Wortdreher- und Satzdrechslereien geworden. Bisschen älter Nina und Niemand und das Buch könnte outstandig werden. Daher liegt meine Hoffnung auf Teil 2. Urteil: Drei Wünsche frei! Niemand - Mehr! (Band 2), Nicole Rensmann Fabylon, 2017   Preis: 16,90€ TB: 352 Seiten ISBN: 978-3-927071-97-1   Hinweis: Timo Kümmel, der Illustrator, ist übrigens nominiert beim DPP.
02.05.2017
Annika Key
Keine Kommentare
Salût zusammen, seit gestern Abend können wir wieder unsere Stimme abgeben. Ganz unpolitisch, meine ich. Die Shortlist des DPP ist online. Bis zum 15.06.2017. Ja, was heisst das? Was ist das? Kann man da was gewinnen? Ich nutze mal einen Blogpost um ein bisschen darauf einzugehen. Wir haben nämlich ganz schön viele Preisverleihungen in Deutschland. Den Seraph oder das Lieblingsbuch auf wasliestdu.de, um nur mal zwei spontane Beispiele zu nennen. Ich mache bei so was ja deshalb mit, weil ich mir bei vielen - ach so repräsentativen - Umfragen denke: Typisch, mich haben Sie mal wieder nicht gefragt. Was diese Listen aber nicht einfacher macht und schon gar nicht objektiv. Schauen wir uns den DPP mal an. So was wie ein Oscar, nur dass alle Wähler die Jury sind. Und das ist schon eines der kleinen Probleme. Selbst ich habe ja nicht alle der nominierten Bücher gelesen und wenn ich mich an meine eigene Nase fasse, müsste ich mich schon deshalb disqualifizieren, weil ich mir bewusst bin, kein Urteil fällen zu können. Da das aber so ziemlich jedem Wähler des DPP so gehen dürfte und man in der Longlist die Möglichkeit hatte seinen Favoriten einzureichen, ist eben dieses freie Wählen das Prinzip des DPP und ich mach dann doch wieder mit. Und der Teilnahme-Preis ist übrigens: eine Eintrittskarte für die im September stattfindende Phantastika, dort wird auch der Preis dann übergeben an den Gewinner. Für den Gewinner der einzelnen Kategorien gibt es sogar auch etwas. Gehen wir mal in die Nahaufnahme: Bester Deutscher Roman Meyer, Krappweis, Heitz, Fischer, Bastei, Egmont, Knaur … sieht so aus, als ob diese Kategorie unter den Großen ausgemacht wird. Außerdem: Wieso ist diese Kategorie die einzige mit: „Deutscher“ und nicht „Deutschsprachiger“ Angabe, was bedeutet das? Darüber hinaus: was haben Titel wie „… Band 2“ und „… Band 03“ darin zu suchen, es gibt doch eine eigene Serienkategorie. Bestes Deutschsprachiges Romandebut Debütieren, DebütantInnen das erinnert mich immer an den großen Ball in Wien. Und siehe da, greenlight, ivi, papierverzierer, neobooks … debütiert wird in Deutschland nicht in den BigBuisnesses, sondern in den mittelständischen Verlagen. Mit Erdmann und Karpe sind da sogar zwei Namen bei die ich schon eine ganze Weile kenne. „Cyberworld“ ist übrigens auch eine Serie, aber auch diese debütieren. Bester Internationaler Roman Hier war ich irritiert. Arena, Fischer, Goldmann, Heyne, Drachenmond: Das sind doch deutsche (oder deutschsprachige?^^) Verlage. Clare, Ahern, King: Ach so es geht um „internationale Autoren, deren Werke ins Deutsche übersetzt worden sind“ Warte Hüberli? Ach ja, sie ist Schweizerin, deshalb ist sie international. Also nur, damit ich das richtig verstehe, wir machen hier einen riesen Aufriss um deutsch und deutschsprachig, lagern aber Frau Hüberli in die Sektion international aus, weil sie deutschsprachig schreibt aber nicht deutsch ist, aber in einem deutschen Verlag publiziert wird? Findet noch jemand, dass das merkwürdig aussieht? Beste Deutschsprachige Kurzgeschichte Yeah Kurzgeschichten werden hier auch gewürdigt, ich kenne keine einzige. Kategorie werde ich bewusst auslassen, weil ich hier nicht nach schönem Namen vergebe. Wobei „Cock Sucking Porno Vampires from hell“ schon allein für den Titel … oh und by the way: die Sprache des Titels ist nicht deutsch. (Aber für 'bester Titel' gibt es ja einen eigenen Preis bei wasliestdu.) Beste Deutschsprachige Anthologie/ Kurzgeschichtensammlung Auch wichtig, mMn. Aber das ist genau die Kategorie in der ich genau ein Buch kenne und die Konkurrenz jetzt hier nur deswegen abwatsche weil ich nicht genug vergleichen kann. Auch hier finden wir: Luzifer, Ohneohren, Drachenmond und Bookrix, sowie einen (wow!) Selfpublisher Titel und keine BigPlayer. Bestes Deutschsprachiges Hörspiel/ Hörbuch Sehr geil, dass diese Kategorie mit drin ist. Immerhin heisst es ja hier die ganze Zeit: deutschsprachig. Schön, dass man auch die gesprochene Sprache zu Wort kommen lässt (hahaha* Schenkelklopfer). Aber (und das ist kein kleines Aber) kann man wirklich ein Hörspiel und ein Hörbuch in einen Topf werfen? - Ich finde nicht. Wen und was haben wir hier? Funke: Oetinger Verlag. Suchanek: Greenlight Press, Sheperd: … äh ist das SP oder trägt der Verlag ihren Namen? Muss ich mal suchmaschinen. Gaiman: Bastei. Und Heitz mit Wédora. Was mir direkt auffällt: Hier sind Titel dabei, die sind im Hauptwerk geschriebene Werke und dort nominiert (Heitz siehe weiter oben und Suchanek die letzten Jahre in der Kategorie Serie). Dann: was soll der Gaiman da drin? Ach das ist jetzt wieder ‚deutschsprachig‘ genug? Kategorie International hatten wir doch schon. Beste Deutschsprachige Serie Zwischen den seit Jahren schon starken: Papierverzierer und Greenlight Press schummelt sich Heyne! Hier sag ich auch gar nicht viel. Meine Stimme geht ganz klar an die Serie, die ich seit dem ersten Schritt mitverfolgen darf und hinter der ich voll und ganz stehe: „Das Erbe der Macht“. Womit sich Suchanek selbst ablöst, denn bisher war es seine „Heliosphere“ hier neben seiner Kollegin in Eigenkokurrenz. Aber wisst ihr was kurios aussieht? Die beiden Titel „Chroniken der (Seelen)wächter“ und „Wächter-Chroniken“. Das sieht echt nach direkter Konkurrenz aus. Bester Deutschsprachiger Grafiker Woohoo, was ist das denn? Ich finde das sehr schön, dass den Cover Artists und Innenillustratoren und überhaupt den Künstlern am Buch Respekt gezollt wird in dieser Form. Hier kann man direkter und besser vergleichen. Drei der genannten kenne ich schon länger und weiss, dass ich auch ob des Covers „Niemand“ interessant fand. Dass er jetzt für den Folgeband nominiert ist, ist für mich in Ordnung, ich will „Niemand - Mehr!“ auch noch lesen. Bestes Deutschsprachiges Sekundärwerk Da kann ich auch nichts zu sagen, habe keines der Bücher gelesen. Aber alles was mir dazu einfällt ist: Bitte benennt die Kategorie in: „Nerd“ um. „Star Trek“, „Game of Thrones“ „Geek!“, „Tolkien“ und „phantastisch!“ Ach Halt! Es ist ja der Phantastik Preis. Bester Deutschprachiger Comic Also was ist hier los? „Die Zwerge“, „Ork-Saga“, „Star Wars“, „Perry Rhodan“ und „Mechanical Princess“. Ich liebe Comics (wisst ihr ja). Aber Die Zwerge und Elfen und ach komm, geh fort. Ork-Saga hatte ich natürlich in der Hand, über Geschmack lässt sich streiten. Was aber bitte hat schon wieder ein „Internationaler“ Titel hier zu suchen? Nur weil er übersetzt worden ist? Ich freue mich hingegen sehr über Lian. Was mich daran erinnert, dass ich auch noch einen Account bei animexx habe. Siehste mal, wenn man sich anstrengt, kann man es weit bringen. Also halten wir fest: Zehn Kategorien á Fünf Nominierte (ShortList). Und ich kenne: (Festhalten!) Fünf der genannten Bücher. Und ich meine mit kennen jetzt: gelesen. Nicht: „Mal von gehört/ mal in der Hand gehalten“ (siehe Comics). Sieht das bei euch besser aus? Könnt ihr da differenzierter heran gehen? Oder reicht es euch 'kurz reinzuhören/-schauen' im Youtube Channel des DPP? So ganz richtig und fair finde ich das nicht. Vor allem weil 'deutschsprachig' bei allen dabei steht, aber es schlichtweg egal ist. Rein formal müsste es heissen: "Bester deutschsprachiger Roman eines internationalen Autors" und "Bester deutschsprachiger Roman eines deutschen Autors". (Aber wo fangen wir dann wieder mit dem 'deutsch' an und hören auf?) Wobei ich finde, wie auch zB bei der Oscar Verleihung: Wozu einen Titel in mehreren Kategorien nominieren? Trotz all meinem Gemecker, kann ich immer nur dazu aufrufen: Macht mit. Seid so fair wie ihr es eben sein könnt. Ihr seht ja, keiner der Normalos kann hier alles kennen. Und letztlich obliegt es dem DPP zu entscheiden, wer in welche Kategorie rein darf. Die Qual der Wahl ist so schon groß genug und wird nur deshalb einfacher, weil Normalo dann eben das wählt was er kennt. Wenn mir ein Titel unpassend erscheint, dann muss ich ihn ja nicht anklicken. Ich habe ja die Option in einer Kategorie "Keine Stimme abgeben" zur Verfügung. Wobei mich jetzt interessieren würde, was mit dieser Wahlmöglichkeit letztlich ausgesagt wird und wie sie hineinzählt. Allen Nominierten, ganz fair: Viel Erfolg.
20.04.2017
Annika Key
Keine Kommentare
Wolkodav I – Das Schwert des Grauen Hundes, Maria Semenova  Valkyren Verlag, 2017    Preis: 4,99€ EBook: 325 Seiten ISBN: 978-3-946608-06-6 Nachdem der Krieger Wolkodav aus jahrelanger Gefangenschaft in den schrecklichen Minen der Edelsteinberge entkommen ist, lebt er nur für eines: Rache. Zwar gewähren die Götter ihm diese, haben mit ihm aber noch anderes im Sinn. Dafür muss der letzte Überlebende der Grauen Hunde zunächst lernen, wieder unter den Menschen zu bestehen. Viele Gebräuche sind ihm fremd und er kennt sein eigenes Herz nicht mehr, doch treue Freunde und Verbündete lehren ihn das fast Vergessene. Auf der Reise in die Handelsstadt Galirad erringt er im Kampf ein altes, heiliges Schwert. Dessen Schicksal und sein eigenes sind fortan eng verbunden. Genauso wie mit jenem der Fürstin Jelen. Slawische Fantasy direkt aus Russland und der große Auftakt einer außergewöhnlichen Saga. Zwischen Kettenhemd und Kreml "Ein Viertel eines Pferdes in Silber." Wie ist das denn bei euch so? Also ich kenne mich im slawischen Bereich nicht sehr aus. Ich habe letztes Jahr versucht: Pehovs Chroniken von Hara zu lesen. Allerdings ist das einfach nicht so mein Fall. Und was ist denn überhaupt slawisch? Bei mir hört es ja schon bei der Baba Jaga auf. Und was bitte ist dann "Slawische Fantasy"? Und kann ich diese Frage etwa beantworten? Ich kenne ja nicht einmal die Autorin Maria Vasilyevna Semyonova. Aber man kann in einer kurzen Suchmaschinen-Recherche schon ein paar Details finden.  Die Autorin ist, soweit ich das sehe, sogar recht (sehr!) bekannt in Russland. Aber unsereins hört und liest ja eher weniger aus dem Osten. Vielmehr sind unsere Übersetzer mit englischen und amerikanischen Werken beschäftigt. Tatsächlich finde ich das schade, auch gerade im Fantasy-Bereich. Wer weiss schon, was uns da so entgeht. Etwas wie das Werk, welches ich euch hier vorstelle vielleicht. Und dabei hatte ich so einige hübsche Assoziationen beim Lesen. Ich kann euch deswegen sagen: So fern ist es nicht. Es ist anders, aber angenehm. Und es ist erfrischend, durch viele Bezeichnungen die uns einfach nicht geläufig sind. Oder wisst ihr was eine "Poneva" ist? Auch schön finde ich die mittelalter- und fantasytaugliche Sprache an sich. Um mal ein Beispiel herauszupicken: "Recken". Darüber hinaus bietet der erste Teil des Romans viele kulturelle und traditionelle Unterschiede, die wir Europäer vielleicht nicht sofort nachvollziehen können. Mir fallen da gewisse Perlen ein. "Die Frau ist wunderschön,weil sie geliebt wird." Die Handlung und die Charaktere aber sind gut nachvollziehbar und stehen der meisten bekannten Möglichkeiten in Nichts nach. Teilweise hat man sogar das Gefühl ein wenig in eine Pen'n'Paper Gruppe geraten zu sein. Auch wenn Protagonist und Titelgeber Wolkodav natürlich ganz der Mann im Buch (Haus) ist. So sollte man jedoch nicht gleich denken: Na, wenn die Key das schon so sagt, dann ist es eher was für Männer! Würde ich sagen: Nein. Es gibt einige - viele - Stellen in denen Frauen ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil wird in diesem Werk und das fällt vor allem mit unter die "kulturellen und traditionellen" Darstellungen in diesem Roman. Ein Werk welches man ganz bestimmt nicht vorverurteilen sollte. Und wer, wie ich, noch nicht viel Kontakt mit der slawischen Fantasy hatte, der ist hier gut aufgehoben. Versucht es einfach mal über die Leseprobe des Verlags oder springt ins kalte Wasser in der LeseRunde auf Lovelybooks. Mal schauen, was euch so für Fragen bleiben. Ich für meinen Teil wüsste zu gern: ob der Welpe noch einen Namen bekommt; auf wen Bravlin gewettet hat; wo wohl die Insel von Ojlen Ul ist; und ob das Kettenhemd auch sprechen kann? "Vom Lernen konnte das Gehirn offenbarauch Blasen bekommen."
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