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Susanna Montua 

 

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Rezensionen

Da ich vor gar nicht langer Zeit mit meinen Rezensionen zu meiner lieben Freundin Annika umgesiedelt bin, finden Sie hier den Lesekatzen-Blog eingebettet. Mittlerweile sind wir durch Key und Valli gewachsen.

Dort gibt es stets im Wechsel von uns spannende und ehrliche Meinungen, zu den unterschiedlichsten Büchern und Genres.

 

Wenn Sie Interesse an einer Rezension Ihres Buches haben, scheuen Sie sich bitte nicht, uns Lesekatzen zu kontaktieren.

 

Und nun - viel Vergnügen.

20.07.2017
Annika Key
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Luft nach oben - Philosophische Strategien für ein besseres Leben, Nicolas DierksRowohlt, 2017 Preis: 14,99€EBook: 256 SeitenISBN: 9783499631740 Klarer fühlen, klüger handeln, geistig wachsen! Wie besinnen wir uns auf das wirklich Wichtige? Welche Fähigkeiten brauchen wir für ein gutes Leben? Und wie können wir Mut schöpfen und Veränderungen wirklich schaffen? Kann uns die Philosophie helfen, diese Fragen zu beantwor ten? Sie ist doch angeblich zu abstrakt und hat nichts mit dem wirklichen Leben zu tun. Im Gegenteil, sagt Nicolas Dierks, sie animiert uns, unsere Fähigkeiten zu entwickeln und für ein besseres Leben zu nutzen. Er begibt sich, mit über zwanzig Jahren Erfahrung und 2300 Jahren Philosophie im Gepäck, auf den rauen Boden der Wirklichkeit. Wie hilfreich sind die Einsichten von Aristoteles, Kant, Wittgenstein & Co im Alltag? Meine Meinung:  "Komm her, wird lustig!", versprach mir der Autor. Wie viele andere verbinde ich Philosophie nicht gerade mit Lust oder Humor. Immerhin wusste ich jedoch schon durch „Was tue ich hier eigentlich“ (Eine Raupe kein Wurm, Key, merk es dir endlich!) vom Elfenbeinturm und Labyrinthen und wie man sie nicht gedanklich größer macht als sie sind. So Realitätsfern ist Philosophie doch gar nicht, meint der Autor und lässt seinen Leser über Anekdoten aus seinem Bekannten- und Familienkreis, sowie Beispielen wissen, dass es nicht so schwer ist alltagstaugliche Weisheiten aus der Philosophie zu ziehen. Mir selbst schwirrt vor allem die Kaffee-Geschichte im Kopf herum. Ich werde sie nicht los. Diese Anekdote und alles was da dran hängt. Nein, das liegt nicht daran, weil unser Kaffeekocher in die Luft gegangen ist und ich mein Vorhaben die Küche in Zitrone, Limette, Orange zu streichen zugunsten von Mocca und Cappuccino aufgegeben habe. Auch bei jedem Einkauf - außer Bücher kaufe ich sowieso total ungern ein - frage ich mich bei jedem Produkt: Really? Aber bleiben wir beim Kaffee, warum trinken wir Kaffee, wieso glauben wir, reden wir uns ein, ohne die bittere Lorke gar nicht erst wach zu sein, nicht ansprechbar, nicht gut gelaunt? Warum können wir auf die Tasse voll brauner Brühe nicht einfach mal verzichten? Das ist jetzt natürlich kein hochphilosophischer Ansatz. Aber Nicolas Dierks macht das recht geschickt, indem er eine so banale Sache nimmt und exemplarisch daran erläutert, wie man sich selbst findet, wie man an sich arbeitet, wie man einen Entschluss fasst und durchzieht.   "Viel zu häufig suchen wir nur die richtigen Antworten;dabei brauchen wir die richtigen Fragen" Das Buch ist kein Allheilmittel und will das auch gar nicht sein. Ich kaue auch 2 Wochen nach der Lektüre noch Fingernägel. Man kann gar nicht tief genug in sich selbst gehen (was übrigens eines echt leere Phrase ist und wie man es eben doch kann, da kann das Buch vielleicht helfen), um den Sachen auf den Grund zu kommen. Denn wenn ich eine Sache verändern will, bedeutet es auch immer zu schauen, was da mit dran hängt. Warum will ich etwas verändern und was wird sich mitverändern. Will ich überhaupt etwas verändern, habe ich vielleicht Angst davor? Es gibt auch keine ‚Standart‘-Antworten auf die großen Fragen „Wer bin ich“, „Was ist das Hier und Jetzt“ und „Was ist der Sinn“? Vielmehr sehe ich in ‚Luft nach oben‘ genau das: Viel Spielraum, viel Platz zum Füllen mit meiner eigenen Erfahrung, Meinung, Fähigkeiten und den Möglichkeiten die ich mir vorstellen kann. Auch in der LeseRunde war ich diesmal nicht so überschwänglich lustig, verballhornt und voller nerdiger Zitate und Querschläger unterwegs. (Anders als das Buch selbst, was sich nicht scheut Douglas Adams zu zitieren *yeah!) "Wenn wir unsere 'jetzige Situation' anpacken,haben wir ein Bewusstsein von Vergangenheit und Zukunft." Ich muss nicht studiert haben, um dem Autor durch die 10Kapitel folgen zu können. Nicolas war erneut im ‚Philosophie-Markt‘ und hat von jedem etwas ins Füllhorn geworfen. (Sogar Bedürfnispyramiden und Achiqar.) Und ich kann diese Ansätze alle mal probieren, mir überlegen was ich davon mag, was ich kenne und was ich sogar ‚benutze‘ ohne es zu wissen. Raus aus der Komfortzone, raus aus dem „Ich bin Opfer der Umstände“, hinein in ein ‚besseres Leben‘. Und es gibt keine Universallösung. Es gibt viele Ecken an denen man an sich selbst, seinen Gewohnheiten, seinen Umständen arbeiten könnte. Wenn man will, wenn es „Wichtig“ ist oder „Dringend“? *zwinker. Der rote Faden stellt sich für mich als „Aktivität“ heraus. Mitdenken, umdenken, und schließlich aktiv werden ist angesagt. Dabei ist es egal, ob ich eher der Typ bin mit der Steinwüste im Vorgarten aus schwarzem und weißem Kies oder der Nachbar daneben, der auf die harte Tour gelernt hat. Ich schätze, jeder, auch wenn es uns gerade einigermaßen gut geht, hat noch ‚Luft nach oben‘. Daher kann ich das Buch so ziemlich jedem (sagen wir westliche, ach so zivilisierte Welt) Kamel, Löwen, Kind und ‚Ich‘ empfehlen. Fazit:  Dieses Buch sticht gelegentlich genau in die Wunde. Wenn man das ein oder andere Beispiel nur allzu gut nachempfinden kann. Manchmal sticht es auch erst hinterher, wenn man auf einmal denkt: „Oh verdammt, das bin ja ich!“ Aber das Buch und der Autor haben nicht die Absicht jemandem den Spiegel der bitteren Erkenntnis vorzuhalten, das können wir selbst tun. Er nimmt uns auch nicht an die Hand und präsentiert uns das Wissen, uns aus jeder Lage am eigenen Schopf herauszuziehen. Es gibt keine Tests, die uns sagen, wer wir sind. Es gibt nur Möglichkeiten, wie wir - ganz persönlich und spezifisch : individuell - auf uns selbst eingehen können. Wie wir ergründen können, was wir für uns (und unsere Nächsten) wollen.Wie auch das erste Buch, beschäftigt mich die Lektüre nun schon über Wochen. Man sollte sich selbst auch die Zeit zugestehen länger zu verweilen und sich auf ein paar der Praxistipps einzulassen und auszuprobieren. Und reden. Wenn ihr die Chance habt, dieses Buch zu lesen, dann redet darüber - das eröffnet einfach mehr Betrachtungen. Mein Dank gilt der LeseRunde, deren Teilnehmer gern und viel von sich geteilt haben, ihre Ansichten, Meinungen und persönlichen Erfahrungen. Besser ist das was wir daraus für uns persönlich machen und was wir wollen, als Ziel, als Wunsch, als Möglichkeit. Scheitern und Fehler machen dürfen wir, nur sollen wir daraus auch lernen.Zum Urteil versuche ich alle Farben des Regenbogens mit einem Bleistift wiederzugeben. (Na gut mocca und cappuccino) Keys Küche nach der Kaffeestrophe dazugehöriger Titel: #1 Was tue ich hier eigentlich? #2 Luft nach oben
So sein wie sie von Juliane Ungaenz Verlag: Selbstverlag Preis: 9,99 € Seiten: 200 (Taschenbuch) ISBN: 978-3-00-049473-4 Inhalt: In dem Roman "So sein wie sie" geht es um Klara. Sie ist Mitte 30 und unzufrieden mit ihrem Leben. Eine Freundin zeigt ihr Experimore. Dabei handelt es sich um eine Erfindung, mit der eine Frau eine Zeit lang den Körper einer anderen Frau steuern kann. Am Anfang klingt das nach einem tollen Zeitvertreib. Doch nach und nach tauchen immer mehr Probleme, Ungereimtheiten und unmoralische Verhaltensweisen auf. Meine Meinung: Ich habe dieses Buch schon vor einigen Wochen bei einer Buchverlosung auf Lovelybooks gewonnen. Beworben hatte ich mich, weil ich das Thema spannend klang. Aufgrund des Werbetextes auf Lovelybooks und den Verweis auf die "moderne Wissenschaft" bin ich eher davon ausgegangen, es ging um ein "Leben im PC". Und nicht, um den echten Austausch von Körpern gegen Geld. Außerdem dachte ich, dass es um die wissenschaftlichen Möglichkeiten, verschiedene Lebensweise und die moralischen Konsequenzen gehen würde. So viel zu meinen Erwartungen. Leider wurden sie kaum erfüllt. Wenn ich nicht irgendwas ganz wesentliches in den Nachrichten übersehen habe, geht es nicht um Wissenschaft, sondern um reine Fiktion. Ich mag Fantasy und Science Fiction, wenn sie von Autoren geschrieben werden, die wirklich Ahnung von den angesprochenen Themen haben und es trotzdem schaffen ihre Idee für technisch Unbegabte zu erklären. Das ist hier aber nicht der Fall. Der Hintergrund wird mit der Begründung ignoriert, dass Klara es selbst nicht weiß. Inhaltlich geht es beim Körpertausch vor allem um Sex. Bin ich naiv, wenn ich denke, dass man auch viele andere Dinge im Körper einer anderen erleben könnte? Die Idee, dass dieses Verhalten eventuell alles andere als treu oder den Partnern gegenüber fair ist, kommt Klara erst sehr spät. Aber was soll's, ihren Freund mag sie ja nicht wirklich, obwohl er sie über alles liebt. Nach und nach nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Klara wird immer neugieriger, versucht immer mehr herauszufinden. Nur leider verstehe die ganzen Zusammenhänge nicht so richtig. Das Verhalten der meisten Charaktere erscheint mir unlogisch. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr. Das Buch lag viel zu lange nur herum. Jetzt habe ich es endlich zu Ende gelesen, wobei ich  recht viele Passagen nur überflogen habe. Auch der Schreibstil konnte mich nicht fesseln. Es tut mir sehr leid, dass das Buch nicht mein Fall ist, da ich die Autorin sehr sympathisch finde. Sie hat beispielsweise die Bücher auf eine wirklich schöne Art signiert. Aber hier geht es nun mal, um die Bewertung des Buches und nicht der Autorin ... Eine Szene, die mir ganz gut gefallen hat, ist das Ende. Allerdings möchte ich dazu natürlich nichts verraten. Insgesamt: Die Grundidee gefällt mir ebenso wie das Ende. Die Umsetzung ist jedoch nicht meins. Deswegen gebe ich leider nur zwei Katzen.  
Dann bin ich eben weg: Geschichte einer Magersucht von Christine Fehér Verlag: cbt Preis:  6,95 € Seiten: 192 ISBN: 978-3-570-30170-8 Inhalt: Sina ist ein ganz normales Mädchen, das ein glückliches Leben führt. So lange bis sie plötzlich nicht mehr in die enge Jeans ihrer besten Freundin passt. Gleichzeitig beginnen Verwandte sich über sie lustig zu machen. Sina beschließt abzunehmen. Am Anfang klappt alles nach Plan - sogar ihr Schwarm beachtet sie plötzlich. Doch dann gerät das Kalorienzählen außer Kontrolle. Schließlich ist sogar ihr Leben in Gefahr. Spoiler-Warnung: Ich verrate in dieser Rezension das grobe Ende des Buches (ohne Details). Ich denke nicht, dass dieses Wissen, irgendetwas beim Lesen kaputt macht, zumal man sich die Richtung, in die das Buch geht, sehr schnell denken kann. Es geht um die einzelnen Szenen und die Entwicklung an sich und nicht um die letzten Sätzen. Wer trotzdem lieber im ungewissen bleiben möchte, sollte diese Rezension lieber nicht lesen. Meine Meinung: Themenbücher wie dieses hier sind, meiner Meinung nach, wirklich schwer zu bewerten. Es spielt hier noch stärker als sonst hinein, was man eigentlich gesucht hat: Einfach nur einen Roman, der in der Realität spielt, ein Selbsthilfebuch in Romanform, eine Hauptfigur zum identifizieren ... Ich habe keinen Bezug zu Magersucht. Stattdessen wollte ich einfach mal in dieses Genre reinschnuppern. In der Bibliothek habe ich dann dieses Buch entdeckt, dessen Schreibstil mir beim reinlesen gefallen hat. Neben dem Schreibstil ist mir beim ersten Durchblättern noch etwas anderes aufgefallen: Jedes Kapitel beginnt mit einer List aller an diesem Tag gegessenen Lebensmittel. Jeder Tag ein Beispiel für viele Tage, die Sina zu dieser Zeit durchmacht. Dadurch enthält jede Liste eine wichtige Aussage. Teilweise wird auf die einzelnen Lebensmittel auch nochmal in den Kapiteln selbst eingegangen. Die nüchterne Aussage, dass Sina eine Pizza gegessen  hat, wirkt auf den ersten Blick wie ein gutes Zeichen. Interessant ist jedoch, wie sie sie gegessen hat und wie sie psychisch damit umging. Diese Idee gefällt mir sehr gut. Schön ist ebenfalls Sinas Charakterentwicklung. Das Buch beginnt mit Sinas Idee abzunehmen und endet mit ihrer Genesung von der Magersucht. Am Ende ist sie ein anderer Mensch. Im Laufe der Magersucht wird deutlich, dass gewisse Veranlagungen zu einer solchen Krankheit die ganze Zeit da waren. Diese sind jedoch nicht in Stein gemeißelt. Sina arbeitet daran und zeigt dadurch, dass es auch andere Mädchen (und Jungen!) schaffen können. Die anderen Charaktere verändern sich dagegen kaum. Nur ihre Beziehung zu Sina ändert sich. Das finde ich einen interessanten Ansatz, der auch zur Aussage des Buches passt. Sinas Therapeutin sagt an einer Stelle sinngemäß, dass Sina nicht ihre Mutter, aber ihre eigenen Reaktionen verändern könnte. Wer das wirklich erkennt und umsetzt, wird vermutlich nicht nur gegen die Magersucht gewinnen, sondern auch insgesamt ein glücklicheres Leben führen. Aber das schreibt sich leider nur so einfach ... Eine Gefahr bei solchen Themenbüchern ist natürlich, dass jugendliche Leser genau die falsche Aussage mitnehmen. Das heißt, dass sie keine Hilfe, sondern eine Anleitung in die Magersucht finden. Wer nur den Anfang liest, dem könnte genau das passieren. Es ist unheimlich gut beschrieben, wie Sina ihre ersten Erfolge beim Abnehmen "feiert" (wirklich glücklich ist sie nicht) und wie sie sie erreicht. So nimmt sie das Hungergefühl schnell als Erfolg war. Hunger bedeutet, sie ist stark geblieben. Das könnte man auf den ersten Blick möglicherweise wirklich als "vorbildlich" empfinden. Aber dann tauchen die schrecklichen Seiten der Magersucht auf. Und während Sina noch zu krank ist, um das zu begreifen, bemerkt der Leser zwangsweise in was für eine Lage sie sich selbst gebracht hat. Magersucht ist lebensgefährlich. Gleichzeitig kann sich der Leser sehr gut mit Sina identifizieren und möchte selbstverständlich nicht das sie stirbt. Und ich glaube, dass diese doppelte Sicht (Sinas Perspektive, in die man sich hineinversetzen kann, und der eigene gesunde Menschenverstand, mit dem man die Geschichte liest) dafür sorgt, dass betroffene Leser/Innen Motivation und einen Weg hinaus finden. Aber sicher weiß ich das natürlich nicht. Was ich jedoch sicher weiß, ist das die Autorin sehr einfühlsam und geschickt mit den Gefühlen von Sina umgeht. Ich konnte Magersucht nie nachvollziehen. Und kann es auch jetzt nicht wirklich. Wenn ich ehrlich bin, fehlt mir vermutlich auch die Geduld. Dennoch hatte ich dank diesem Buch zum ersten Mal das Gefühl wenigstens ein klein wenig Ahnung zu bekommen und mit einer betroffenen Person mitfühlen zu können. Natürlich ist das in einem Roman einfacher als in der echten Welt. Aber vielleicht helfen solche Bücher, das ich (und andere Leser) generell ein klein wenig mehr Verständnis für die Mitmenschen bekommen und ein bisschen einfühlsamer werde. Wenn ein Buch das schafft, erreicht es meiner Meinung nach sehr viel. Insgesamt: Das Buch ist wirklich schön geschrieben und für jeden geeignet, der entweder ein konkretes Interesse an Magersucht hat oder gerne Romane liest, die auf wahren Tatsachen beruhen. Aus meiner Sicht verdient "Dann bin ich eben weg" 5 von 5 Katzen.
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