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Viel Spaß, 

Susanna Montua 

 

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Styx - Fluss der Toten

Styx - Fluss der Toten aus dem Luzifer Verlag

Titel: Styx - Fluss der Toten

Verlag: Luzifer Verlag

ISBN: 978-3943408003

Preis Broschiert: 13,95 €

Preis eBook: 2,69 €

 

Klappentext:

Styx Fluss der Toten Wasser des Grauens.
Dieser sagenumwobene Fluss hat viele Namen, doch ist seine wahre Bestimmung den Menschen wohl bekannt: er bildet den Übergang von der Welt der Lebenden ins Reich der Toten den Hades.
Charon, der Fährmann, geleitet die Seelen sicher über den tobenden Fluss. Doch wehe dem, der vergisst, eine Münze bei sich zu führen. Ohne Obolus verweigert Charon die Überfahrt, und die arme Seele bleibt auf ewig verdammt, gefangen in einer Zwischenwelt, gepeinigt von tausenden Schmerzen.
14 schaurige Geschichten und 4 Illustrationen bieten Ihnen, lieber Leser, ganz individuelle Sichtweisen auf die Mythologie des "Totenflusses".
Die Autoren wünschen "gruselige Unterhaltung" ...

 

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Meine Geschichte: Der Obolus

Textausschnitt aus meiner Geschichte:

 

Die ganze Gegend rings um den Friedhof hatte an Anmut und Eleganz verloren. Es hinterließ den Eindruck, als würde über dieser Welt ein trister, grauer Schleier liegen.

Kein Vogel zwitscherte, keine Grille zirpte, nicht einmal der Wind pfiff eine leise Melodie.

Und dennoch herrschte Aufruhr. Vom Friedhof aus bahnten sich etliche Gestalten den Weg hinab zum Ufer der Styx. Ein Fluss, der genauso tot war, wie die ganze Gegend.

Im Gleichschritt, mit gesenkten Häuptern, in schlichte, aber hübsche Gewänder gehüllt. Niemand sprach ein Wort, keiner, sah vom Boden auf. Gesteuert durch eine fremde Macht, mit dem Ziel, das Ufer zu erreichen.

Helena folgte der Gruppe. Wehmütig blickte sie zurück zu den Menschen, die zu ihrem Abschied gekommen waren. Ihre Eltern standen in vorderster Reihe. Ihre Mutter weinte bitterliche Tränen, ihr Vater stützte sie.

Traurig sah Helena zu der Gruppe. Niemand von ihnen schaute sich um. Die Welt der Toten hatte Helena sich anders vorgestellt. Sie träumte einstmals von schillernden Farben, von Freude und Gelächter.

Doch auf dieser Seite des Ufers herrschten Verbitterung, Wut und Ratlosigkeit.

Helena führte ihre Hand zu ihrem Mund und spuckte die Münze aus, welche man ihr unter die Zunge gelegt hatte. Der Obolus für Charon, den Fährmann, der sie sicher über die Styx geleiten sollte. Vielleicht würde es im Hades die Welt geben, nach welcher Helena sich sehnte.

Traurig legte sie die Münze zurück unter ihre Zunge. Der Geschmack von Kupfer und Eisen breitete sich aus und förderte den Speichelfluss – es schmeckte fürchterlich.

Ihre kleinen Füße, geschützt von weißen Sandalen, trugen sie flink den schmalen Pfad hinab zum Ufer. Etwas Abseits stand eine große Gruppe verlorener Seelen. Neidisch und zornig starrten diese Seelen zu den Neuankömmlingen hinüber. Zwei Kinder verbargen sich vor deren Blicke schützend hinter dem weißen Kleid ihrer Mutter.

Helena hätte zu gerne erfahren, was ihnen passiert war, aber ihr Vater hatte ihr am Sterbebett erklärt, dass sie niemals den Mund aufmachen dürfe, bis Charon den Obolus von ihr in empfang genommen und sie sicher auf dem Schiff war.

Helena presste kräftig ihre Lippen aufeinander und stellte sich zu der Gruppe vom Friedhof.

Immerzu schielte sie aus dem Augenwinkel zu den anderen Seelen hinüber. Offenbar hatte keiner der dortigen eine Münze bekommen. Ohne Münze gab es keine Überfahrt. Das machte Helena traurig. Unzählige Kinder und etliche alte Leute waren unter den Verdammten. Wie lange würden sie wohl dort ausharren müssen, bis sie die ewige Ruhe finden würden.

Helena schüttelte den Kopf. Es war nicht ihre Aufgabe, sich damit auseinanderzusetzen. Ihre Eltern hatten ihr den Obolus mitgegeben, sie würde in eine Welt fahren dürfen, wie sie sie verdiente.

Die Styx lag ruhig vor der Gruppe. Leise plätscherten die sanften Wogen gegen den schmalen Holzsteg, der ins Wasser reichte. Der graue Himmel verdunkelte sich schlagartig. Vom Horizont her peitschte ein eisiger Wind die Styx entlang und brachte das einstmals ruhige Gewässer in Aufruhr. Die Wellen schwappten wild umher. Die gräuliche Farbe wich einem düsteren Schwarz.

Helena trat ängstlich einen Schritt zurück. Ihre blonden Locken tanzten im Wind. Die Haarspangen konnten ihre Mähne nicht länger bändigen. Dicke Strähnen peitschten ihr ins Gesicht. Der Wind riss an ihrem Kleid. Ein eiskalter Schauer lief über ihren Rücken.

Es war soweit. Die Ankunft von Charon stand unmittelbar bevor.

 

[...]

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© Susanna Montua 2014-2016