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Viel Spaß, 

Susanna Montua 

 

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Mondgeschichten

Mondgeschichten

Titel: Mondgeschichten

Verlag: freie Redaktion XUN

ISBN: 978-3844801750

Preis: 8,90 €

 

Klappentext:

Mondgeschichten - so lautete der Titel für die Ausschreibung zum 2. Kurzgeschichten-Wettbewerb der Freien Redaktion XUN. Ein Thema, welches voll ins Schwarze getroffen hat, gingen doch sage und schreibe 73 Einsendungen bei der Redaktion ein!In dieser Anthologie sind davon die 10 besten Geschichten versammelt. Beim Lesen der Beiträge wird deutlich, wie vielschichtig die fantastische Literatur ist.Und wer nicht genug von den Mondgeschichten bekommt, dem sei die Xe -eBook-Edition Nr. 03 empfohlen: Mondgeschichten 2 lautet ihr Titel. Ihr Inhalt besteht aus den 14 nächstplatzierten Einsendungen des 2011er Wettbewerbs. Mondgeschichten 2 können direkt bei der FRX oder über beam-ebooks bezogen werden.

 

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Meine Geschichte: Im Schein des Mondes

Textausschnitt aus meiner Geschichte:

 

Glitzernd spiegelte sich der helle Vollmond auf den seichten Wellen des Neckars. Friedlich und unberührt lag das tiefblaue Wasser vor ihr. Ein leiser Wind streichelte ihre langen, braunen Haare und ließ ihren weißen, langen Rock sanft tanzen.

Tränen flossen über Lisas Wangen, malten feuchte Spuren auf ihren Teint. Vorbei fahrende Autos schenkten ihr keinerlei Beachtung, außer der kurz aufflimmernden Lichtkegel, die ihre Silhouette abzeichneten.

„Ich würde das nicht tun“, sprach eine samtig, warme Stimme neben ihr.

Erschrocken wirbelte Lisa herum und starrte den jungen Mann an, der eine Armlänge neben ihr an das Geländer lehnte.

Er war einen Kopf größer als sie und hatte breite Schultern. Der Mond zeichnete seine Konturen in hellem Blau. Sein schwarzes Haar war lang und lag ihm in dicken Strähnen auf den Schultern. Seine Augen ruhten in tiefen Höhlen.

Er kratzte seine schmale Nase mit riesigen Pranken, ehe er seinen Blick von der Neckarbrücke hinab in das stille Wasser richtete.

„Das würdest du nicht überleben“, murmelte er.

Lisa tat es ihm gleich und sah ebenfalls hinunter.

„Genau das ist der Plan“, schluchzte sie und verkrampfte ihren Griff um das kalte Geländer.

„Das kann ich nicht zulassen“, brummte der Fremde bestimmt.

„Ach nein? Bist du Polizist?“, blaffte Lisa und trocknete ihre Tränen mit einer flüchtigen Geste.

„Ich habe es bereits öfter nicht zugelassen.“

Seine Worte hallten in Lisa Kopf. Wer war dieser Fremde und was wollte er von ihr?

„Wer bist du?“, fragte Lisa zögernd. Ihre Stimme quietschte wie die eines hysterischen Teenagers. Sie hasste sich dafür. Mit dreißig sollte man etwas mehr Mut und Selbstvertrauen erwarten. Doch es war bereits zu spät, sie konnte ihre Angst und Wut nicht unterdrücken. Wimmernd schwang sie ein Bein über die Brüstung. Der Fremde räusperte sich energisch.

„Hau ab“, zischte Lisa, entschlossen ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen.

„Wie du möchtest – guten Flug“, sprach der Fremde und wandte sich zum Gehen.

Lisa erstarrte. Sie konnte nicht glauben, was er tat. Nie im Leben hatte sie angenommen, dass man ihrem Wunsch folge leisten würde. Zornig und erleichtert zugleich hangelte sie auch ihr zweites Bein über das Geländer.

Für einen Moment hielt sie sich wackelig an der Brüstung und schaute dem immer kleiner werdenden Schatten des Mannes nach. Er machte in der Tat keine Anstalten, umzudrehen.

Lisa schloss die Augen und atmete tief ein. Die milde Frühlingsluft kitzelte ihre Sinne und überschwemmte sie mit Glücksgefühlen und Geborgenheit. Dinge, die sie seit Monaten nicht mehr spürte.

Langsam nahm sie die Hände von der Brüstung und breitete sie weit von ihrem Körper aus. Sie kippte nach vorne, die Lider weiter geschlossen und genoss den Wind, der nun ihre Haare zersauste, es war alles belanglos und nichtig. Jeden Augenblick würde sie auf dem Wasser aufschlagen. Es wäre nur ein kurzer Schmerz, ehe sich ihr Leben mit dem Wasser vermischen würde und sie gänzlich in das liebliche Nass eintauchen würde.

Vor ihrem inneren Auge sah sie ihren Mann, ihre Tochter, den Schiffsausflug auf dem Neckar, Gelächter und Spaß, sie sah ihre vierjährige Tochter ins Wasser fallen, sie hatten nur einen Moment nicht aufgepasst, sie sah ihren Mann hinterher springen, sie sah, wie sie selbst zusammenbrach, nachdem man beide Leichen aus einem Geflecht Seepflanzen barg, wie man ihr tröstend die Hand auf die Schulter legte.

Lisa riss die Augen auf. Tatsächlich, jemand trug sie - sie flogen.

 

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© Susanna Montua 2014-2016