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Viel Spaß, 

Susanna Montua 

 

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Geschichten aus der Wüste

Geschichten aus der Wüste

Titel: Geschichten aus der Wüste

Verlag: Merquana Verlag

ISBN: 978-3943882100

Preis: 12,95 €

 

Klappentext:

Diverse Autoren erzählen die verschiedensten Geschichten aus dem Land der Wüst, dem Land des Sandes.
In 19 Abenteuern für Jung und Alt, erwachen die Märchen aus 1001 Nacht erneut zum Leben.
Taucht ein in die fantastische Welt der Dschinns, Räuber und Schätze.

Ein Buch nicht nur für junge Leser.
Zahlreiche Illustrationen schmücken das Buch und die Geschichten aus.

 

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Meine Geschichte: Wolkenmädchen

Textausschnitt aus meiner Geschichte:

 

Hitze!

Lennart spürte nichts als Hitze, die sich lodernd und gierig in seinen Körper fraß. Die Haut brannte und juckte erbärmlich, Schweiß hatte sich mit kleinen, feinen Sandkörnern vermengt und geißelte jede seiner Poren. Die Beine schmerzten ihm, ganz zu schweigen von seinem Kopf. Keuchend hob er einen Arm, der sich wahnsinnig schwer anfühlte, doch der Junge schaffte es. Er erreichte seine Stirn, rieb sich den Schweiß hinfort. Sandkörner rieselten auf seine geschlossenen Lider – erst jetzt bemerkte er das.

Es war so unsagbar hell, obwohl die Lider das meiste abfingen, erkannte er nichts, außer einer geschlossenen, lachsfarbenen Decke. Und dann war da dieser Geruch: beißender Rauch, der ihm fast die Luft zum Atmen nahm. Selbst wenn ein Windhauch an dem Jungen vorüber wehte, brachte er keine Linderung, nur noch mehr Rauch.

Plötzlich war alles klar, erschrocken schnellte Lennart in die Höhe, riss seine Augen auf. Es war kein Traum, es war kein verdammter Traum - er war hier, mitten im nirgendwo!

Die Augen tränten augenblicklich, der Schmerz in seinem Kopf hämmerte – er war in der Wüste und er wusste haargenau, wie er hierher gekommen war. Hinter ihm tobte ein Feuer, welches eine unerträgliche Hitze zu ihm sandte, vor ihm lagen die Splitter der geborstenen Windschutzscheibe des Cockpits. Mühsam schnallte Lennart sich ab, seine Hände zitterten und gehorchten nur widerwillig seinem Befehl, danach befreite er seine Beine, die furchtbar wehtaten, doch auf den ersten Blick fehlte ihm nichts weiter. So schnell er konnte, arbeitete er sich auf seinen Sitz und hangelte über die zerknautschte Armatur durch das kaputte Glas. Hinter ihm rollte die Feuersbrunst immer näher, arbeitete sich von Sitz zu Sitz und entlang der Verkleidung des Flugzeugs. Es war nur eine kleine Maschine, aber die Szene lief in Zeitlupe.

Im letzten Augenblick sprang Lennart in die Freiheit, schlug unsanft auf der Schnauze des Flugzeugs auf, verlor den Halt und stürzte wenige Meter auf den Boden, wo er von einer heißen, dichten Sanddecke aufgefangen wurde. Der Aufprall raubte ihm die Luft zum Atmen, der aufgewirbelte Sand legte sich auf seinen Körper und pikte unangenehm. Rasch rollte der Junge beiseite und kroch durch den Sand – wohin vermochte er selbst nicht zu sagen, er wollte nur weg. Weg von dem Feuer, weg von dem Wrack, er hatte Angst, dass es jeden Augenblick explodieren könnte, wie in den Filmen, aber nichts dergleichen geschah. Nur das Feuer bedeckte alles unter seiner heißen Hand.

Da saß der Junge nun. Die Sonne im Nacken, die Schmerzen im Kopf – aber er war am Leben. Jedoch bereute er es. Kaum auszudenken, was passieren würde, wenn ihn sein Vater hier finden würde. Lennart hatte das Flugzeug gestohlen, weshalb wusste der Junge selbst nicht genau. Seit seinem fünfzehnten Geburtstag baute er andauernd solchen Mist. Sein Vater schob es auf die halbstarken Freunde, die er sich gesucht hatte. Sie forderten Lennart andauernd zu Mutproben heraus und er ließ sich immerzu darauf ein.

Heulend vergrub der Junge sein Gesicht in den Händen. Immer wieder sah er die Bilder: das Meer aus Wolken, das sich plötzlich vor ihm aufgetürmt hatte, das Gewitter – ein Gewitter, mitten über der Sahara, ein Phänomen, welches es nicht geben dürfte, welches er nicht kannte. Er erinnerte sich an die Armaturen, wie sie flackerten und piepten. Plötzlich ging alles ganz schnell, er verlor die Kontrolle, stürzte ab und danach übermannte ihn Schwärze.

Lennart wusste nicht, wie lange er schon hier gesessen hatte. Sein Shirt war durchgeschwitzt und löchrig, die Shorts voller Sand und seine Füße steckten in ausgelatschten Sandalen. Auf seinen Schultern hing ein weißer Stoff, ebenfalls löchrig, ebenfalls schmutzig. Scheinbar hatte er die ganze Zeit seinen Turban aufgelassen. Nur das lange Gewand musste er beim Einstieg in die Scheune, in welcher das Flugzeug gestanden hatte, zurücklassen, weil er damit an einem Nagel hängen geblieben war und sich nicht mehr freibekommen hatte.

Schnell band der Junge seine Kopfbedeckung fest, um etwas Schutz vor der unbarmherzigen Sonne zu erhalten, dann erhob er sich, klopft vorsichtig seine Sachen sauber und schaute sich aus zusammengekniffenen Augen um.

Nichts! Er sah rein gar nichts. Die heiße Luft über dem Sand wirkte verschwommen. Nirgends ein Dorf zu sehen, nirgends eine Oase und schon gar keine Spuren. Lennart fluchte. Wo war er hier nur hingeraten? Und wie lange war er schon hier, denn es gab auch keinerlei Anzeichen eines Gewitters. Nicht eine Wolke am Himmel.

Lennart entschied sich, nach rechts zu laufen. Er hoffte, dass er aus dieser Richtung gekommen war und auch, dass er so, irgendwann wieder auf sein Dorf treffen würde. Oder auf irgendeins.

Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit, die er durch die heiße Wüste gestapft war. Der Durst plagte ihn, die Glider schmerzten und sein Kopf hämmerte noch doller als je zuvor. Das Wrack war nurmehr eine undeutliche Silhouette am Ende des Horizonts, doch die Sonne stand noch immer hoch über ihm und brannte unerträglich. Mit jedem Schritt wurde er langsamer und schwächer, bis der Junge schließlich auf die Knie sank und nach vorne überkippte. Sein Gesicht landete auf dem Quarzsand und benetzte seine aufgesprungenen Lippen, der dunkle Teint glitzerte und die schwarzen Augenbrauen trugen einen braunen Schleier. Dann fiel der Junge in einen unruhigen Schlaf.

 

[...]

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